Artikel mit ‘Unterrichtsalltag’ getagged

Job ist Job?

Monday, 26. May 2008

Als Lehrer sehe ich mich immer wieder in einer interessanten Position zwischen Angestellter und Selbstständiger: Einerseits beziehe ich regelmäßiges Gehalt, egal, ob Ferien sind oder nicht und erhalte auch im Krankheitsfall mein Geld. Andererseits ist ein Teil meiner Arbeitszeit frei einzuteilen und wenn es einmal dick kommt, nehme ich Arbeit auch in den Abend oder ins Wochenende mit. Daneben schaffe ich mir selbstverständlich auf private Kosten einen Laptop oder ein Smartphone an, mit dem ich meine SchülerInnendaten verwalten kann. Diese Geräte sind ja wirklich praktisch und erleichtern meine Arbeit. Naja, es sind nicht ganz private Kosten, denn ich schreibe derartige Aufwendungen von der Steuer ab. Auch Fortbildungen habe ich schon privat genügend besucht: privat finanziert, während der Privatzeit.

Das alles ist für mich selbstverständlich, ist auch ein Charakter meines Berufsbildes, so wie die große Freiheit meines Berufs, die ich sehr schätze. Schlussendlich ist jedeR nun einmal selbst für sich verantwortlich, für seine Erfolge und sein Weiterkommen. Und dann stoße ich auf einen äußerst spannenden Beitrag von Werner, der verschiedene KollegInnen zu Wort kommen lässt und auch über sein eigenes Lehrerdasein reflektiert. Grundtenor mancher KollegInnen, die Werner zitiert: “Job ist Job. Ich bezahle von meinem Geld nichts mehr für meine Arbeit.” Interessanter Ansatz; das habe ich selbst noch keine Sekunde so gesehen. Ich stimme mit Werner überein, wenn er eine bessere Ausstattung für Schulen fordert, damit auch SchülerInnen bei Wettbewerben eine Chance haben, deren LehrerInnen nicht ihre privaten iPods für Projekte zur Verfügung stellen. Aber - wie manche KollegInnen - generell zu sagen: “Job ist Job”, das finde ich extrem.

Schneiden sich diese LehrerInnen nicht am Ende selbst ins Fleisch? Solch eine Argumentation fördert Stillstand, nicht Weiterentwicklung. Ich meine, es wird doch keineR der (meist nicht gerade unterbezahlten) KollegInnen am Hungertuch nagen, wenn er/sie sich (im Sinne der “Selbstständigkeit”) Unterrichtsmaterialien oder einmal einen Laptop privat anschafft und diese Dinge auch für den Unterricht nutzt? Von der Steuer absetzbar sind solche Ausgaben überdies allemal. Die “Ich bezahle von meinem Geld nichts mehr für meine Arbeit”-Argumentation finde ich kindisch und engstirnig. Oder bin ich da am vollkommen falschen Dampfer? *rätsel*

Glückwunschbildchen

Tuesday, 06. May 2008

Eine Kollegin von Herrn Rau hat kleinere SchülerInnen Glückwunschbildchen für MaturantInnen anfertigen lassen. Tolle Idee; werde ich mir merken, wenn ich nächstes Jahr dran bin mit meinen MaturantInnen! :)

http://www.herr-rau.de/wordpress/2008/05/abiturmutmacherbildchen.htm

Halbtagsjob LehrerIn

Wednesday, 02. April 2008

Ich bin grade über ein sehr interessantes Interview gestolpert, das der Spiegel online mit dem Frankfurter Bildungsforscher Udo Rauin geführt hat. Darin vertritt er die These, dass nicht alle LehrerInnen bei ihrer Berufswahl die Realität des LehrerInnenalltags mitbedacht haben und nun in einer Tätigkeit gelandet sind, für die sie nicht wirklich geeignet sind. Zudem wirke die Sicherheit, die der Lehrberuf bietet, nicht eben dazu, dass sich engagierte und innovative Menschen für diese Tätigkeit interessieren. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, liebe LeserInnen! :))

http://www.spiegel.de/unispiegel/

Masterthesis “Was kann die Peer Mediation?”

Tuesday, 04. March 2008

Nun, nach fünf langen und auch anstrengenden Semestern berufsbegleitenden Studiums stehe ich kurz vor dem Abschluss des Masterlehrgangs. Die Arbeit ist abgegeben und ich harre dem Prüfungstermin … :)

Ich bin ausgebildeter Mediator und habe daher einen Masterlehrgang im Fachgebiet Mediation besucht. Meine Abschlussarbeit beschäftigt sich mit der Peer Mediation: ihren Chancen, aber auch Risiken.

Hier das Abstract: Die vorliegende Untersuchung macht sich auf die Suche nach den Gründen für den Erfolg der Konfliktbearbeitung durch SchülerInnen, aber fragt auch nach den Grenzen dieser Institution. Ziel ist insbesondere, herauszufinden, ob die Peer Mediation nur Nutzen stiftet oder durch die wiederholte Konfrontation mit belastenden Fällen für die Peer MediatorInnen möglicherweise selbst zu Beeinträchtigungen führen kann.

Zu diesem Zweck wurden halbstandardisierte Interviews mit erfahrenen und weniger erfahrenen Peer MediatorInnen und einigen ihrer BetreuungslehrerInnen an einer Wiener Schule durchgeführt. Die in der Befragung gewonnenen Erkenntnisse wurden schließlich anhand einer Themenanalyse dargestellt, kommentiert und zur Überprüfung der Plausibilität vorher getroffener Annahmen herangezogen.

Die Untersuchung kommt zum Ergebnis, dass die Tätigkeit als Peer MediatorIn weit weniger riskant sein dürfte als anfänglich angenommen. Im Gegenteil, die SchülerInnen profitieren in ihrer persönlichen Entwicklung enorm von ihrer Tätigkeit. Psychologisch brisante Konflikte erreichen sie kaum und wenn sie doch einmal mit einer belastenden Situation konfrontiert werden, können sie für die SchülerInnen weitere Hilfe vermitteln.

Und wenn euch die Langfassung interessiert, so könnt ihr sie hier als PDF herunterladen. Viel Spaß beim Lesen!

The Art of Happiness

Tuesday, 26. February 2008

An einer englischen Schule wurde landesweit erstmals das Unterrichtsfach "Happiness" eingeführt. Und zwar wird happiness dort definiert als "cultivating meaningful relationships". Ich finde diese Idee sensationell.

Zwar denke ich nicht, dass neue Medien und vereinsamen lassen - siehe die Web 2.0 social services -, aber ich frage mich schon, welcher Qualität diese virtuell aufrecht erhaltenen Beziehungen sind. Sind es tief gehende Kontakte, von denen man viel an Lebensfreude, Glück und letztlich auch happiness erhalten kann oder sind es oberflächliche, dahin plätschernde Bekanntschaften, die bestenfalls dazu dienen, die neuesten YouTube Videos zu verlinken oder Spaß-Powerpoints hin- und herzuschicken?

The Art of Happiness hat mit dieser Schwerpunktsetzung meiner Vorstellung nach einen fixen Platz in der Schule!

http://education.guardian.co.uk/

Wie man Englisch nicht lernt

Friday, 22. February 2008

Einfach nur gut: Der Beitrag auf Schul-Kritik in Sachen Englischunterricht. Lesen und zustimmen! :)

http://schulwatch.wordpress.com/

Von Bootcamps und pädagogischen Feldwebeln

Monday, 18. February 2008

Warum ist das Gerücht, man könne in der Schule mit Disziplinierungsmaßnahmen Disziplin schaffen, eigentlich nicht auszurotten? Ich habe noch nicht erlebt, dass SchülerInnen sich langfristig von "Strenge" und "Disziplin" beeindrucken lassen. Mit extremem Brechen des Willens, etwa in Boot Camps, kann vielleicht kurzfristig ein gewisser Effekt erzielt werden, aber natürlich um einen Preis, der moralisch keinesfalls zu vertreten ist!

LehrerInnen, die in der Klasse Ruhe und eine angenehme Stimmung haben wollen, zeichnen sich meiner Erfahrung nach durch Respekt vor ihren SchülerInnen aus und durch individuelle Förderung der Einzelnen. Und sei es auch nur durch eine kleine persönliche Geste wie die Frage: "Und, wie geht es deinem kleinen Bruder?", wenn die Schülerin ein paar Wochen zuvor vom neuen Familienzuwachs berichtet hat.

Trotzdem gibt es in England wieder ein Revival von Feldwebel Lehrer: Ex-Soldaten sollten dort als Pädagogen eingesetzt werden, empfiehlt ein Think Tank. Sie könnten störendes Verhalten in den Griff kriegen und ihren eigene "moral authority" ins Klassenzimmer tragen. Und was soll das bringen? Bei dem "Think Tank" handelt es sich wohl um einen denkenden Panzer … :)

http://education.guardian.co.uk/

Bachelor ade!

Sunday, 17. February 2008

Eigentlich sollte die Umstellung der langen Magisterstudien auf gestaffelte Bachelor- und Masterstudien mit jeweils kürzerer Laufzeit dafür sorgen, dass mehr Menschen den Sprung in akademische Weihen schaffen und der AkademikerInnenanteil in der Bevölkerung gesteigert wird. Nun meldet der Spiegel aber dieser Tage, dass die StudienabbrecherInnenquote in manchen Studienrichtungen sogar gestiegen sei. Dies wird unter anderem darauf zurückgeführt, dass in technischen Fächern bei geringerer Studienzeit die gleiche Menge an Stoff wie früher vermittelt werde.

Was lernen wir daraus für die Schule? Eigenverantwortlichkeit ist wichtiger denn je, und wer schon in der Oberstufe des Gymnasiums mit Portfolios und selbstständig zu erbringenden Leistungen strauchelt, dem wird an der Universität - Bachelor hin oder her - wohl kein langes Leben beschieden sein.

http://www.spiegel.de/

Zeit für hochwertige Fortbildung nebenbei?

Friday, 15. February 2008

Der Frühling ist da und neben dem Vogelgezwitscher, der Vorfreude auf die Ostereier und dem einen oder anderen sonnigen Tag richtet sich der Blick vieler LehrerInnen bereits in Richtung Sommerferien! In der Tat, weit ist es nicht mehr bis zur Sommerpause. Viereinhalb Monate, dann heißt es wieder "hitzefrei"!

Der Zeitraum bis zu den großen Ferien ist ideal für eine praxisnahe Fortbildung zu einem eLearning-Thema, wie sie von der e-LISA academy nun schon zum dritten Mal in kooperativer Arbeitsweise angeboten wird. Das heißt: Kein einsames Studieren von Skripten alleine zu Hause, kein Herumärgern mit den Tücken der Technik, ohne dass es jemand mitbekommt! In kooperativen Onlineseminaren à la e-LISA ist die Kursgruppe zwar eine virtuelle, aber dennoch bestimmt von einem großen Zusammenhalt und von intensiver Zusammenarbeit mit KollegInnen und TrainerInnen.

Österreichische LehrerInnen, deren Schulen ein e-LISA academy Abo haben, können an bis zu drei kooperativen Onlineseminaren kostenlos teilnehmen. Für alle anderen KollegInnen gibt es faire Teilnahmegebühren. Die erfolgreiche Seminarteilnahme wird übrigens mit 30 Stunden zertifiziert. Das heißt, alle LehrerInnen, die den Besuch einer Fortbildung nachweisen müssen, können dies auch problemlos mit dem Zertifikat der e-LISA academy tun.

Hochwertige Fortbildung ganz ohne Anreisezeiten, gemeinsam mit einem erfahrenen Trainer / einer erfahrenen Trainerin und begeisterten KollegInnen aus ganz Österreich (und vielleicht auch Deutschland?): Der Seminarkatalog kann sich mehr als sehen lassen und wächst stetig an. Vielleicht ist auch für dich etwas dabei? Die Anmeldezeit läuft!

Üüübrigens … ich bin auch nicht ganz untätig und biete im Frühjahrsprogramm ein paar Kurse an: Den Klassiker "Moodlen lernen", aber auch zwei Leseerziehungskurse ("Was man mit einem Buch alles machen kann" und "Kinder lesen (keine Bücher) mehr"), sowie den Neuling "Hot Potatoes und Moodle". Interessant ist vielleicht auch mein einwöchiger Kurzworkshop "Radio Plays" zum Gestalten von Hörspielen im Unterricht.

http://www.e-lisa-academy.at/

Tafelbilder bei Flickr

Monday, 11. February 2008

Neulich hat Herr Rau wieder einmal berechtigterweise darauf aufmerksam gemacht, dass LehrerInnen ihr Wissen teilen sollen - diese tapferen EinzelkämpferInnen (das stammt von mir!) … :))

Er schlägt vor, Tafelbilder schnell und unkompliziert per Flickr zu tauschen. Das vermeidet die Hemmschwelle, eine "vernünftige Stundenplanung" zusammenschreiben zu müssen, sondern gibt einfach nur Ideen, Inspirationen und frischen Wind.

Finde ich gut! Je einfacher das Austauschen funktioniert, desto mehr wird es hoffentlich auch praktiziert. Ganz ohne falsche Bescheidenheit, aber auch falsche Angst, mit seinen Ideen irgendwelchen hohen Ansprüchen nicht genügen zu können.

http://www.herr-rau.de/