Brockhaus online

February 21, 2008

Du hast es bestimmt schon gehört: Der Brockhaus beendet seine Printausgabe des Universallexikons und wird nur noch online verfügbar sein. Finanziert soll das Angebot durch Werbung werden.

Eine gute Idee, wie ich finde. Denn ich habe in den letzten Jahren vielleicht drei Mal ein gedrucktes Nachschlagewerk aufgeschlagen (Lexikon oder Wörterbuch). Zeit zum Nachschlagen in echten Büchern zu verwenden ist ein Luxus, den ich mir nicht gönne. Ich verwende die Computerversionen diverser Produkte, etwa des Langenscheidt-Wörterbuchs oder der Encyclopedia Britannica.

Wenn es das Brockhaus Team schafft, bewährt recherchierte Informationen online aufzubereiten und das ganze dann auch noch stilvoll mit Werbung zu garnieren, die ohne aggressive Popups auskommt, werde ich die Seite sicher gerne und oft besuchen.

Das Büchersterben ist nicht in Ordnung, denn einen guten Roman lese ich immer noch viel lieber offline. Aber gedruckte Lexika oder Wörterbücher dürfen ruhig ihren elektronischen Kumpanen Platz machen.

http://www.brockhaus.de/

One comment zu “Brockhaus online”

  1. martina schulze-bachler:

    Ich finde es, angesichts galoppierender Dummheit und weit verbreitetem Halbwissen, gar nicht gut, dass man im Traditionshaus Brockhaus jetzt auf Printmedien verzichtet. In den Klassenzimmern erlebe ich es immer häufiger, dass Schüler überhaupt nicht in der Lage sind, mit Nachschlagewerken, Lexika, Wörterbüchern usw. umzugehen. Das sind oft jüngere Schüler mit wenig Allgemeinbildung. Wenn man genau diese Schüler dann fragt, kommen sie immer aus Familien, die keinerlei Nachschlagewerke im Haus haben. “Papa druckt mir immer was aus, wenn ich was für die Schule brauche”, ist auf Nachfrage fast immer die Antwort. Schüler brauchen Bücher zum Nachschlagen. Sie müssen selbständig, nicht erst wenn Papa abends nach Hause kommt, ihre Hausaufgaben machen, recherchieren lernen, ihre Wissenslücken schließen. Das macht selbstbewußt und unabhängig.Wie soll das gehen, wenn der schnelle Griff zum Buch “unmodern” wird? Ich bin sicher, dass manche Frage unbeantwortet bleibt - weil der PC gerade nicht an ist, weil Papa oder Mama gerade nicht da sind oder etwas anderes zu tun haben. Clevere Kids lernen aus Büchern, sowohl zu Hause als auch in der Schule. Der Umgang mit dem Internet bzw. mit dem Rechner wird früh genug zur Selbstverständlichkeit. Ältere Schüler bestätigen immer wieder, dass der Griff zum Buch viel schneller geht. Bücher sind auch ein sinnliches Vergnügen, das man Kindern nicht vorenthalten sollte. Dazu gehören unbedingt auch umfassende Nachschlagewerke. Ich besitze eine Brockhaus Enzyklopädie, nur selten passiert es, dass ich zusätzlich im Internet recherchieren muss, weil ein Artikel nicht auf dem neuesten Stand ist. Meist geht es doch um Grundsätzliches, das bietet mir meine Enzyklopädie immer.
    Ich finde, dass man Eltern unbedingt ermutigen sollte, ein gedrucktes Nachschlagewerk zu erwerben, es muss ja keine Brockhaus Enzyklopädie sein. Meine EZ hat übrigens nicht mehr gekostet als eine Woche Skiurlaub und sie ist mir seit 8 Jahren ein nützlicher Begleiter.
    Mit bestem Gruß an alle, die diesen Artikel lesen.
    Martina Schule-Bachler, Grundschullehrerin in Berlin

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