Von Bootcamps und pädagogischen Feldwebeln
18. February 2008 | ePaper, Pädagogik, Schule, UnterrichtsalltagWarum ist das Gerücht, man könne in der Schule mit Disziplinierungsmaßnahmen Disziplin schaffen, eigentlich nicht auszurotten? Ich habe noch nicht erlebt, dass SchülerInnen sich langfristig von "Strenge" und "Disziplin" beeindrucken lassen. Mit extremem Brechen des Willens, etwa in Boot Camps, kann vielleicht kurzfristig ein gewisser Effekt erzielt werden, aber natürlich um einen Preis, der moralisch keinesfalls zu vertreten ist!
LehrerInnen, die in der Klasse Ruhe und eine angenehme Stimmung haben wollen, zeichnen sich meiner Erfahrung nach durch Respekt vor ihren SchülerInnen aus und durch individuelle Förderung der Einzelnen. Und sei es auch nur durch eine kleine persönliche Geste wie die Frage: "Und, wie geht es deinem kleinen Bruder?", wenn die Schülerin ein paar Wochen zuvor vom neuen Familienzuwachs berichtet hat.
Trotzdem gibt es in England wieder ein Revival von Feldwebel Lehrer: Ex-Soldaten sollten dort als Pädagogen eingesetzt werden, empfiehlt ein Think Tank. Sie könnten störendes Verhalten in den Griff kriegen und ihren eigene "moral authority" ins Klassenzimmer tragen. Und was soll das bringen? Bei dem "Think Tank" handelt es sich wohl um einen denkenden Panzer … :)

Am 20. February 2008 um 09:44 Uhr
Ich denke zuviel Antiautoritäre Erziehung zu Hause und in den Schulen ist auch nicht unbedingt angesagt. Wenn ich da noch an meine Schulzeit zurück denke oje.
Bin der Meinung, dass zu viel Übertrieben wird und die Kinder in Watte gepackt werden.
Ulli