Backupmanie
May 24, 2007Sicherlich bin ich ein Extremfall bezüglich Datensicherung, aber ich kann einfach nicht anders … :)
Regelmäßige Backups meiner Daten gehören bei mir zum Alltag und getreu dem alten Motto, dass man seine Backups auf möglichst viele unterschiedliche Plätze und Medien verteilen sollte, habe ich ein regelrechtes Netzwerk an Datensicherungen aufgebaut.
Bei uns zu Hause backupen sich die PCs zunächst gegenseitig, womit das Risiko eines Datenverlustes durch Festplattencrash schon einmal reduziert ist. Denn dass gleichzeitig alle drei Rechner ausfallen, ist eher unwahrscheinlich. Dann steckt in jedem Rechner zusätzlich eine 4GB SD-Karte oder ein 2GB USB-Stick, die auch wenigstens alle 24 Stunden alle neuen Daten schlucken. Und für den Fall, dass einmal Daten futsch sind, weil ein Notebook verloren geht oder gestohlen wird, werden die Dateien auch noch regelmäßig auf eine virtuelle Festplatte bei unserem Internetprovider geschickt. Tja - eine echte Backupmanie, die sich hier aufgebaut hat! ;)
Mir ist wichtig, dass keine gepackten Backups angefertigt werden, die nur vom Backupprogramm gelesen und wiederhergestellt werden können, sondern dass die Daten eins zu eins überspielt werden. Das spart zwar nicht Speicherplatz (ist aber auch nicht nötig), aber hat den Vorteil, dass jederzeit auf gewünschte Dateien zugegriffen werden kann. So kann ich von unterwegs im Internetcafé auch meine Word-Dokumente über die virtuelle Festplatte beziehen, wenn ich möchte. Oder in der Schule schnell einen Ausdruck der Schularbeit herstellen, die ich zu Hause vergessen habe.
Voraussetzung für all diesen Backupwahnsinn ist eine weitgehende Automatisierung der Synchronisation entweder zeitgesteuert oder - sehr praktisch - durch so genannte “Trigger Ordner”: Das heißt, die Synchronisation beginnt immer dann, wenn sich in einem bestimmten Ordner (etwa den “Eigenen Dateien”) etwas ändert. Sieht dann ähnlich aus wie beim Egnyte-Uploader, den ich vor einiger Zeit vorgestellt habe.
Sehr empfehlen kann ich das Programm Easy2Sync, das sicher und verlässlich synchronisiert und mit einer unglaublichen Fülle an Einstellungsmöglichkeiten auch die ausgefallensten Wünsche erfüllt. Auf der anderen Seite finden sich auch AnfängerInnen durch Tutorials und selbst erklärende Dialogfenster gut zurecht. Mit einem Preis von € 39 bzw. € 59 liegt es auch im durchschnittlichen Rahmen für solche Programme. Ich habe drei Alternativprogramme von Easy2Sync ausprobiert, die auch die Synchronisation mittels FTP-Zugang unterstützen: darunter so viel versprechende Produkte wie Synchronize it!, SmartSync oder ViceVersa. Aber keines hat mich überzeugt. Besonders die Kommunikation mit dem FTP-Server erwies sich als problematisch und es gab immer wieder Verbindungsfehler und daher Synchronisationsprobleme. Darüber hinaus hatten die Programme Schwierigkeiten mit dem Datum der Dateien auf dem FTP-Server. Das Datum ist nämlich jedesmal ein anderes als die Datei auf der eigenen Festplatte hat und wenn Programme den Unterschied von zwei Dateien nur über das Erstelldatum ermitteln, möchten sie immer wieder erneut Daten synchronisieren, die ohnehin schon synchron sind. Easy2Sync mit seiner großartigen Datenbank erkennt zuverlässig alle Dateien an allen Orten.
Schlichtweg abraten möchte ich vom Gebrauch des Freeware-Programms Capivara. Capivara ist noch sehr unsauber programmiert und zerstört Dateien: So bleibt der Dateiname zwar erhalten, aber das Dokument wird vollkommen entleert und ist nach dem Synchonisieren nur 0 Byte groß.
Also - ganz so verrückt wie ich brauchst du deine Datensicherung ja nicht betreiben, aber es solle doch jedeR Vorkehrungen gegen den Datenverlust treffen. Ganz nach dem Motto: “Make every day your backup day!” ;)